Thomas Halbich

Zur Person

Thomas HalbichTHOMAS HALBICH

Jahrgang 1964

seit 1992 selbständiger Zahntechniker mit Spezialisierung auf die Kieferorthopädietechnik

seit 1999 Entwicklung des eigenen Laborprozesses für die linguale Behandlungstechnik

Vorwort

Seit mehr als zehn Jahren beschäftige ich mich mit der Weiterentwicklung der lingualen Labortechnik und verfolge die „modifizierte Hiro-Technik“, da mir die Logik des Laborprozesses entspricht und die Transparenz der Behandlungsphilosophie eine unkomplizierte praxisbezogene Anwendung bietet.

Das Produkt ist die Essenz: Mit dem QMS (Quick Modul System) ist nun eine Neuentwicklung auf dem Markt, die die Bracketübertragung nicht nur für den Patienten angenehmer macht, sondern auch für den Behandler eine Vereinfachung in den Arbeitsabläufen bietet und jegliche indirekte Bracketübertragung sicher, wiederholbar, schnell und präzise ermöglicht.

Wie ich zur Lingualtechnik gekommen bin

Im Frühjahr 1999 fragte mich Professor Dr. Jost-Brinkmann bei einem meiner Besuche in der Zahnklinik, ob ich mir Gedanken zu einer bestimmten Modellherstellung machen könnte. Er zeigte mir in der kieferorthopödischen Abteilung eine Biegemaschine der Firma Bending Art. Um damit Behandlungsdrähte biegen zu können, erklärte er, bräuchte man idealerweise Modelle, bei denen die Zähne zwischen Malokklusion- und Set-up-Situation wechseln könnten.

Die ursprüngliche Idee der Fa. Bending Art war, die benötigten Messdaten aus dem Mundraum von den dort direkt lingual geklebten Brackets zu bekommen. Dafür musste man die Slotposition über Messbleche erfassen. Bei diesem Vorgehen ist der Endbogen ein dreidimensionaler. Korrekturen gestalteten sich schwierig, sie konnten nur durch Parameterveränderung der einzelnen Bogenteile umgesetzt werden. Man musste sich ganz auf den Biegeroboter verlassen, hatte darüber hinaus nur eingeschränkte Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Dieser Vorgang bezog sich vor allem auf die 7th Generation Ormco Brackets, die zu dieser Zeit die bekanntesten lingualen Brackets waren.

Für mich ging es also darum, eine taugliche Modellsimulation zu schaffen, um am Ende der Behandlung mit einem planen Bogen abzuschließen. So könnten Übertragungsfehler und die Genauigkeit der Biegemaschiene überprüft werden. Da die Brackets auf ein Niveau an die Zähne platziert wurden, wuchs die Hoffnung, ein gutes Ergebnis erzielen zu können.

Ich erinnerte mich an die Herstellung der Sägemodelle in der Prothetik und machte mich an die Arbeit. Die üblich verwendeten Pinnsysteme boten keine praktische Lösung. Nach intensiver Suche entdeckte ich das Cross-Pinn der Firma Hager und Werken. Wegen der Platzverhältnisse brauchte ich einen positionssicheren Single Pinn mit Hülse. Nach vielen Versuchen war endlich ein Modell gefunden, das den Anforderungen entsprach.

7 Pins mit aufgesteckten Hülsen Kleben der lingualen Brackets mit dualhärtendem Kunststoff

 

Mit einem Parallelometer wurden die Brackets auf die Zähne des Set-up-Modells auf eine Ebene geklebt, dann die Messbleche eingesetzt, eine Aufnahme mit dem Scanner des Bending Art Systems gemacht, die Zähne mit Bracket auf den Malokklusionssockel umgesetzt und wieder eine Aufnahme gemacht. Die systembezogene Software ermöglichte am Computer, die Position der Brackets zu bestimmen. Nun konnte die Bogensequenz bestimmt werden. Die Ausgangs- und Zielposition lag vor.

Ideales Set-up mit lingual geklebten Brackets Situation nach dem Umsetzen von von Zahnstümpen inklusive Brackets auf den Malokklusionssockel

 

Fast 50 Behandlungen wurden so begonnen. Nach einigen Monaten zeigten sich im Mund der Patienten Abweichungen zwischen gedachten und tatsächlichen Gegebenheiten. Die Summe der vielen Arbeitsschritte (Labortechnik), Übertragungsfehler und auch die der Materialien, die zu dieser Zeit im Einsatz waren, ermöglichten kein optimales Ergebnis. Eine informative Beschreibung der damaligen Erfahrungen können Sie im Zahntechnik Heft 2/2000 des Quintessenz Verlages nachlesen.

Gute Behandlungsergebnisse erreichte man nur mit vielen Korrekturen – und damit steigerte sich der ohnehin schon immense Aufwand ins Uferlose. Das war frustrierend. Zumal auch der wirtschaftliche Erfolg zu vernachlässigen war. Es musste eine andere Lösung gefunden werden.

Im November 2000 schlug Professor Jost-Brinkmann vor, die Hiro-Technik zu modifizieren, eine in Japan schon lange angewendete Behandlungsmethode. Was die Modifizierung entscheidend veränderte war die Wiederverwendbarkeit der Übertragungsmittel. Somit vereinfachte sich die Modelltechnik, da nur noch eine Set-up-Modellsituation notwendig war. Auf diesem Modell wurden die Brackets mit einem slottfüllenden Stahldraht platziert und die Bracketposition in dem benötigten Übertragungskäppchen verschlüsselt. Auf diese Weise war die Bracketposition auch leicht reproduzierbar. Hintergrund war, Strait-Wair-Technik anzuwenden, eine einfache Bogengeometrie, die durch konventionelles Biegen leicht reproduzierbar ist, aber auch erlaubt, von Hand zusätzliche Korrekturbiegungen vorzunehmen.

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Der Laborprozess vereinfachte sich, die Materialkomponenten der Modelle verbesserten sich, die Übertragungsfehler reduzierten sich ernorm. Auch das Kleben der Brackets durch Einzelkäppchenübertragung wurde für den Behandler von Vorteil, da das Rebonden der Brackets sicher und präzise und ohne viel Aufwand durchgeführt werden konnte.

Ich war von meiner Laborarbeit überzeugt, sie hatte Praxisreife erreicht. Auf der DGKFO in Hamburg lernte ich 2002 die Fa. Adenta kennen. Deren Evolution SLT-Bracket war gerade auf den Markt gekommen. Ein Bracket, dass der Hiro-Technik wegen dem Übertragungsjig sehr entsprach. So ergab sich auch der Kontakt zu Dr. Loidl, der an der Entwicklung des Evolution Brackets mitgearbeitet hatte. Seit dem hat sich das Bracket, auch durch meine Anregungen, weiter entwickelt. Für diese Möglichkeit der Einflussnahme und vieles mehr bin ich der Fa. Adenta sehr dankbar. Mit der modifzierten Hiro-Technik verfügen Kieferorthopäden über eine Methode, die sie vom Labor unabhängig machen und das gewohnt eigenständige Behandeln sicherstellten.

Bracketübertragungssystem QMS (Quick Modul System) Da die modifizierte Hiro-Technik aber eine vom Hersteller und Brackettyp gänzlich unabhängige Behandlungsmethode ist, muss ergänzt werden, dass alle lingualen und auch buccale Brackets sich ebenso mit diesem Prinzip übertragen lassen. Das Adenta Evolution SLT-Bracket war durch seinen Jig in gewisser Weise präferiert. Für die anderen lingualen Bracketsysteme hatten wir einen eigenen Jig entwickelt, der individuell aus Klammerdraht, Fermit, Triadgel und Plaquitlack hergestellt wurde. Das Zusammenfügen dieser Komponenten war zeitraubend und erforderte aufmerksamste Laborarbeit. Seit Mitte des Jahres 2009 ließ mich die Idee nicht mehr los, durch konfektionierte Bauteile die Arbeit zügiger und über dies mit einer noch nicht da gewesenen Möglichkeit, der Erweiterung zum Tray, auszustatten. Die wichtigste Anforderung war, alle Komponenten mussten einfach und sicher zu handhaben sein, sowohl bei der Arbeit im Labor als auch später bei der Handhabung in der Praxis am Patienten. Das QMS (Quick Modul System) war geboren.

Die Quickbasis ist der Schlüssel für die Erweiterung zum Tray. Dieses konfektionierte Bauteil, genauer sein Kugelkopf, ist das Verbindungsmodul zum elastischen Tray (Silikon). Der entwickelte Quickstick findet am Kugelkopf ebenso sein Gegenstück für die Einzelkäppchenplatzierung. Die Quickhülse fixiert das Bracket. Einfaches Handling mit dem QMS sind Zeitvorteile und Präzision für Behandler und sein Praxisteam.

 

Quickbasis Quickhülse

 

Das QMS ist bei der indirekten Bracketplatzierung, auch für die labiale Bracketpositionierung am Malokkusionsmodell oder am Set-up Modell geeignet. Auch digital erzeugte Bracketpositionen, übertragen auf ein reales Modell, können mit diesen Bauteilen sicher auf die Zähne des Patienten übertragen werden. Zuletzt erwähntes Vorgehen ist auch in umgekehrter Richtung denkbar!

QMS-Übertragungskäppchen mit Silikontray Quickstick mit adaptierten QMS-Übertragungskäppchen

 

Weitere Informationen zum Quick Modul System finden Sie hier.

Adresse

Thomas Halbich LINGUALTECHNIK

Am Borsigturm 27
13507 Berlin

Tel.: +49 30 618 22 98
Fax: +49 30 618 71 10
Mobil: +49 177 286 87 71

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